Veröffentlicht in Haut, Reha und Krankenhaus

Reha – 6.Tag

Kopf hoch und weiter geht’s!

Heute war ich bei der Arztvisite, bei einer weiteren Neurodermitis-Schulung, bei der Sozial-Beratung, im Schwefel-Bad und bei der Bestrahlung und bei einem Vortrag zu sozialrechtlichen Fragen.

Davon möchte ich euch jetzt ein bisschen was erzählen:

Arztvisite

Meine Haut ist ja momentan ein kleiner „akut“-Fall. Ich habe der Ärztin gesagt, dass ich am Samstag etwas in der Sonne war und sie meinte, dass es durchaus sein kann, dass das schon zu viel war für die Haut.

Die Teersalbe soll ich jetzt die nächsten Tage durch eine Kortisonsalbe ersetzen (gefreut habe ich mich darüber nicht, wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt). Zusätzlich habe ich jetzt noch eine Kühlsalbe bekommen. Ich habe nämlich dieses Gefühl, dass die Haut teilweise glüht. Und noch eine Mandelölsalbe (Fettsalbe) habe ich aufgeschrieben bekommen, um damit zu versuchen die Haut wenigstens etwas gefettet zu bekommen. Über die Bestrahlung haben wir auch gesprochen. Wir sind bei der UV-B geblieben, allerdings wurde die Erhöhung der Dosis halbiert.

Ich habe die Salben vorhin getestet. Mir tut die Haut grundsätzlich nach dem Eincremen weh bzw. sie brennt. Fast immer habe ich dann auch einen sehr starken Juckreiz kurze Zeit später. Dabei ist es auch nicht relevant, ob ich Kokosöl oder eine Salbe mit vielen Zusätzen verwende. Wie ist das bei euch? Beobachtet ihr das auch?

Ein Kollege sagt gerade, dass bei ihm die Haut auch immer brennt, wenn diese eh schon gereizt ist. Einen verstärkten Juckreiz hat er nicht.

Neurodermitis-Schulung

In der Neurodermitis-Schulung heute ging es um Allergien und Pseudo-Allergien. Die Schulung wurde von einer Diät-Assistentin gehalten (die Gleiche, mit der ich mein Gespräch über das Essen hatte). Sie hat das gut gemacht.

Erklärt hat sie uns, dass man bei Allergien beim ersten Kontakt oft noch keine Reaktion beobachtet, aber der Körper Antikörper bildet. Bei weiteren Kontakten schütten diese dann Histamin aus und es kommt zu den typischen allergischen Reaktionen. Solche „echten Allergien“ kann man im Blut als solche erkennen, weil die gebildeten Antikörper (IgE) im Blut nachweisbar sind.

Bei einer Pseudo-Allergie kann es beim ersten Kontakt zu einer Reaktion kommen. Hierbei werden allerdings keine Antikörper gebildet und so ist diese auch nicht im Blut nachweisbar. Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind zum Beispiel solche Pseudo-Allergien.

Ich hoffe, dass ich alles richtig verstanden habe und euch richtig wieder gegeben habe.

Es ging noch um einiges mehr, unter anderem auch darum, wie man Essen verträglicher machen kann. Dazu habe ich mir Folgendes notiert:

– Gemüse kochen

– Obst schälen

– alte Apfelsorten den Neuen gegenüber bevorzugen, da diese oft besser verträglich sind

– Essen in Verbindung mit Fett, kann zu einer längeren Verweildauer im Verdauungstrakt und dadurch zu einer schlechteren Verträglichkeit führen

Dann ging es noch um das Thema Kreuzallergien. Bei Kreuzallergien reagieren betroffene Personen auf bestimmte Lebensmittel während der entsprechenden Pollenflugzeit. Reagiert man zum Beispiel besonders während eines Monats auf bestimmte Lebensmittel, sollte man sich im Internet einen Pollenflugkalender bzw. eine Kreuzallergien-Tabelle genauer anschauen. Das könnte Aufschluss darüber geben, ob man evtl. eine Kreuzallergie hat.

Es ging während dem Vortrag auch noch einmal speziell um Neurodermitiker. Diese reagieren oft positiv auf Milch, Hühnerei, Zitrusfrüchte, Nüsse und Fisch. Aber auch auf weitere Dinge, wie zum Beispiel Pollen. (Dies KANN MUSS aber NICHT der Fall sein.)

Wie wird in der Regel vorgegangen um Allergien heraus zu finden?

1. Sollte eine Anamnese Gespräch mit dem Arzt durchgeführt werden. Hierbei sollte auch erwähnt werden, ob in der Familie bereits Allergien diagnostiziert worden sind.

2. Wird ein Hauttest gemacht.

3. Bluttest – um zu sehen, ob Antikörper gebildet werden.

4. Sollte ein Allergie-Tagebuch geführt werden.

5. Eine Eliminationsdiät wird durchgeführt – hierbei werden verdächtige Lebensmittel weg gelassen.

6. Eine Suchdiät wird durchgeführt – hierbei handelt es sich um eine gewisse Basisdiät mit Lebensmitteln, die in der Regel vertragen werden (diese allerdings maximal 4 Wochen, um einen Nährstoffmangel zu vermeiden). Dann können nach und nach Lebensmittel mit einem Aufbauplan hinzugenommen werden.

7. Um eine Allergie zu belegen, wird ein Provokationstest durchgeführt.

Bitte beachtet, dass ich hier nur meine mitgeschriebenen Notizen wiedergebe. Im Einzelfall kann das wieder anders aussehen. Zudem sollten Allergien immer in Begleitung – einer dafür ausgebildeten – Fachkraft gesucht werden. Niemals sollte man – zum Beispiel bei einer Nuss-Allergie – auf eigene Faust einen Provokationstest durchführen.

Um zu vermeiden, dass man Sachen versehentlich zu sich nimmt (die nicht ausreichend auf der Verpackung des Lebensmittels deklariert worden sind), empfiehlt die Diätassistentin Naturprodukte zu verwenden und selbst zu kochen.

Sozial-Beratung

In der Fachklinik Bad Bentheim bekommt man als Reha-Patient automatisch einen Termin zur persönlichen Sozial-Beratung. Dieser stand heute bei mir auf dem Programm. Allgemein bekommt man Fragen zur Arbeitssituation gestellt. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um auch verschiedene soziale Fragen zu klären; zum Beispiel, wie man einen Behindertenausweis beantragt (ja Hautpatienten können so etwas durchaus beantragen!) usw.

Schwefel-Bad und Bestrahlung

Das Schwefel-Bad hat heute echt gut getan. Einige der Haut-Verkrustungen haben sich gelöst und das Öl, dass ich immer noch mit rein bekomme hat auch gut getan. Heute hatte ich allerdings ziemlich starken Juckreiz im Schwefel-Bad. Heute habe ich allgemein sehr starken Juckreiz 😦 Ich denke, die Haut ist einfach so angegriffen und ausgetrocknet, dass das in diesem Zustand völlig „normal“ ist.

Ich war heute auch irgendwie in einer größeren Badewanne als sonst. Ich kam mir glatt vor, wie ein Fisch im großen Meer 😀

Die Bestrahlung haben wir heute – trotz bereits leicht geröteter Haut – trotzdem durchgeführt. Wie bereits oben kurz beschrieben, werde ich noch mit UV-B bestrahlt. Eben nur mit geringerer Steigerung, so wie ich das verstanden habe. Die Dame, die bei den Bestrahlungen arbeitet, hat mich darauf hingewiesen, dass ich mich nur noch im Schatten aufhalten soll und selbst da eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 oder größer verwenden muss und diese soll ich alle 30 min. erneuern. Also ist im Moment nichts mehr mit Sonnen im Außenbecken oder mit auf der Wiese Badminton spielen. Aber ich bin auch froh, dass sie es mir noch mal so deutlich gesagt hat. Im Moment möchte ich ja vor allem eines: gesündere Haut.

Vortrag zu sozialrechtlichen Fragen

Dieser Vortrag war wirklich informativ, vielleicht sogar ein bisschen zu informativ. Es ging darum, wie es nach einem Reha-Aufenthalt weiter geht und was man dabei beachten muss. Es wurde über die Entgeltfortzahlung, das Krankengeld und das Übergangsgeld geredet und über ALG I. Außerdem ging es um Gesundheitskosten und ab wann man als chronisch krank gilt. Auch wie man einen „Behindertenausweis“ beantragt, was man dabei beachten sollte und wie sich der Grad der Behinderung ergibt, wurde besprochen.

Das war so mein Tag. Bei vielen Sachen, denke ich, dass da ja noch viel auf einen zukommt. Andererseits finde ich es gut, dass man hier Unterstützung bekommt und über solche Themen aufgeklärt wird.

Als meine Neurodermitis die letzten Jahre nicht so stark war, habe ich mir über so etwas gar keine Gedanken gemacht und habe mich eigentlich auch gar nicht als so richtig krank angesehen. Seit sie allerdings in so schlimmen Schüben kommt, ist mir erst mal aufgefallen, wie sehr mich das Ganze einschränkt. Ich denke zwar nicht so darüber nach die ganze Zeit, aber auffallen tut es mir schon. Gerade jetzt, wo es ja nur um die Haut geht und wo ich selbst in der Reha vieles nicht machen kann, weil es die Haut einfach nicht zu lässt. Wenn man eine Krankheit hat, sollte man versuchen damit zu leben und nicht aufzugeben, auch wenn so vieles nebenher von einem erwartet wird und damit meine ich nicht nur das, was die Krankheit einem abverlangt, sondern auch das, was man so an Papierkram erledigen muss. Andererseits würde ich auch nicht die Krankheit von jemand anderem haben wollen. Ich wachse mit meiner Krankheit und lerne damit zu leben. Dafür auch dieser Blog. Zurücklehnen und abwarten bringt nichts. Ich versuche damit einfach vorwärts zu kommen. Natürlich frustriert es sehr oft, wenn es nicht so läuft, wie man es sich wünscht, oder wenn es so scheint, als würde man sich auf der Stelle drehen, aber das geht uns doch allen so und aufgeben macht nicht glücklicher. Kann sein, dass ich morgen schon wieder da sitze und flenne, weil es so weh tut und ich mich wieder restlos mit dem Ganzen überfordert fühle, aber heute – heute heißt es: Kopf hoch und weiter geht’s!

Laura ❤

Advertisements

Ein Kommentar zu „Reha – 6.Tag

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s