Veröffentlicht in Allgemein, Haut

Leutenberg – Erlebtes und Fazit

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Endlich – das Fazit meines Aufenthaltes in der Fachklinik Leutenberg, auf das manche meiner Leser schon etwas länger gewartet haben. Dafür aber jetzt umso ausführlicher 😉

Würde ich nochmal nach Leutenberg ins Schloss gehen?

Generell würde ich das Krankenhaus allen empfehlen, die noch so gar keine Idee haben, oder den Verdacht, dass sie vielleicht eine gestörte Darmflora oder Allergien haben könnten.

Mir hat der Aufenthalt dort nicht überragend viel gebracht, zumindest aus meiner aktuellen Sicht nicht. Ich bin trotzdem froh, dass ich dort war, denn es wurde heraus gefunden, dass ich auf Schimmelpilz allergisch bin, mir wurde die histaminarme Ernährung näher gebracht, es wurde das erste Mal in Betracht gezogen oder darauf aufmerksam gemacht, dass ich eine Form von Nesselsucht haben könnte und ich fand es gut, dass dort überhaupt mal ein bisschen Ursachenforschung betrieben wurde.

Die Neurodermitis und die Akne habe ich allerdings immer noch nicht im Griff und gerade aktuell wieder einen Schub der ND. Beides, die „Nesselsucht“ und auch der Juckreiz,  scheinen durch die histaminarme Ernährung etwas „ausbruchsärmer“ bzw. etwas gedämmter zu sein.

Also ich bereue nicht, dort gewesen zu sein, aber ich würde aktuell nicht wieder hingehen, da ich eigentlich jetzt gerade alles umsetze, was mir dort beigebracht wurde und meine Haut trotzdem nicht schön ist. Bei mir wurden auch keine sonstigen Ursachen, wie zum Beispiel Pilze im Darm, Allergien, oder ähnliches, gefunden, was man dort bei einigen Patienten entdeckt und wohl auch gut behandeln kann.

 

Wie wurde behandelt?

Ärzte

Je nachdem in welchem Zimmer man untergebracht ist, bekommt man einen Arzt zugeteilt, der täglich Visite macht. Die Visite ist immer zwischen 8 und 12 Uhr und man muss so lange auf dem Zimmer bleiben, bis man die die Visite hatte.

Was ich sehr schade finde, dass man Frau Herold (die Chefin), wenn man sie nicht gerade als Visiten-Ärztin hat, nur sehr selten sieht (einmal die Woche), bzw. erst beim Abschluss-Gespräch. Gerade mit ihr habe ich so viele Sachen besprochen, die wir hätten teilweise schon früher beginnen können, wenn ich schon vorher Gespräche mit ihr gehabt hätte.

Die Assistenz-Ärzte wissen natürlich meistens nicht so viel, wie die Chef-Ärztin und müssen eigentlich bei fast allem erst einmal nachfragen. Außerdem war es ab und an mit der Verständigung etwas schwierig. Aber alles in allem war meine Ärztin, die ich hatte, bemüht und hatte sich die Fragen auch immer notiert.

Behandlung

Es gibt dort sozusagen ein Standard-Programm nach dem vorgangen wird: Die Darmflora wird gecheckt, die Blutwerte werden auf Vitamin-Mängel und Allergien gecheckt, der Urin wird untersucht.

Generell wird also überhaupt einmal Ursachenforschung betrieben, was man bei sich zu Hause bei den Standard-Ärzten ja oft vergessen kann, weil diese leider gar die nicht Kapazitäten oder das Wissen dafür haben.

Besteht der Verdacht auf eine Allergie, werden zudem noch Prick- oder Epicutantests durchgeführt.

Außerdem gibt es dort sehr viele Salben, die man ausprobieren kann, um so ein möglichst gutes Salbenkonzept für sich zu finden und vor allem wird OHNE KORTISON behandelt!

Ihr solltet viel Geduld mitbringen, weil in den ersten Tagen meistens noch nicht viel behandelt wird, da erst auf die ganzen Untersuchungsergebnisse gewartet werden muss. Da heißt es dann erst einmal Zeit absitzen.

Ich empfehle euch nicht zu viel Vorarbeit zu leisten, wenn ihr dorthin geht. Ich habe z.B. auf eigene Kosten vorher extra einen Darmflora-Test machen und sehr viele Vitamine im Blut bestimmen lassen und diese Daten wurden dort leider nur kurz überflogen. Bei den Blutwerten war mir selbst etwas aufgefallen, dass ich dann bei der Ärztin angesprochen habe, aber insgesamt wurden die mitgebrachten Sachen nicht zur Behandlungsgrundlage genutzt (das Geld könnt ihr euch also sparen).

Wie war es sonst so dort?

Organisation

Insgesamt kam mir die Organisation im Krankenhaus oft mehr schlecht als recht vor. Schon bei der Ankunft lief alles sehr umständlich und nervig ab und auch später hat es immer mal wieder an der Kommunikation gehangen. Manchmal habe ich am Schwesternzimmer gesagt bekommen, dass jetzt dieses oder jenes ansteht, wovon mir meine Ärztin gar nichts gesagt hatte, oder es wurden Sachen umgeworfen, die ich dann auch erst wieder auf Umwegen erfuhr. Das war manchmal echt verwirrend. Außerdem empfand ich manchmal die Damen aus der Anmeldung als sehr unflexibel und unfreudlich. (Ich musste nach dem Aufenthalt ungefähr drei mal anrufen, bis ich endlich einen Stick mit den Behandlungsfotos hatte, um nur mal ein Beispiel zu nennen.)

Gut war allerdings, dass vor meiner Anreise das Ganze echt unkompliziert ablief und mir alles Wichtige nochmal gesagt wurde, wie zum Beispiel, dass ich kein Kortison mehr verwenden darf, bevor ich dorthin komme, dass ich keine Antihistaminika mehr nehmen darf und all das.

Wenn ihr also dort seid, hakt am Besten mehrmals nach und schreibt euch die Sachen, die eure Ärztin / euer Arzt besprechen oder nachfragen wollte evtl. auch nochmal selbst auf, dass nichts verloren geht. Kümmert euch auch um alles andere, was wichtig ist und organisiert werden muss.

Gebäude und Umgebung

Die Klinik ist in einem alten Schloss. Die Zimmer teilt man sich mit mehreren Personen und genauso das Bad. Ich musste mir ein Zimmer mit zwei anderen Patienten teilen bzw. mit einer anderen, aber um zum Bad zu kommen, musste man ein zweites Zimmer durchqueren. Ich kam mit meinen Zimmernachbarn ganz gut hin, aber es war auf Dauer schon echt anstrengend und von Privats-Phäre war da auch keine Spur. Anscheinend hatten wir aber noch den totalen Luxus, weil die meisten Zimmer sich Bäder, die auf den Gängen liegen, teilen müssen. Unser Bad war auch sehr at, wie das meiste dort. Die Einrichtung in fast allen Bereichen ist zudem nicht nur alt sondern auch noch hässlich. Aber das ist eben nur meine subjktive Meinung. Manche haben sich extrem wohl dort gefühlt. Meine Zimmernachbarin meinte sogar mehrmals, dass sie sich vorstellen könnte dort im Schloss zu wohnen und damit war sie nicht die Einzige.

Mir ist klar, dass man im Krankenhaus ist, um gesund zu werden und nicht um Urlaub zu machen. Trotzdem finde ich, dass auch die räumliche Umgebung ein wichtiger Punkt ist, auf den man sich mental einstellen können sollte. Außerdem sollte man wirklich nicht fußfaul sein, wenn man dort ist, denn ohne Treppen kommt man da gar nirgends hin 😉

Die Landschaft drumherum ist übrigens sehr schön. Toll, um spazieren zu gehen und einfach ein bisschen an der frischen Luft zu sein.

Sonstiges

Die Schwestern waren meistens hilfsbereit und haben auch versucht weiterzuhelfen, wenn man Fragen hatte.

Es gibt dort auch einiges an Anwendungen, zum Beispiel die Sauerstoff-Behandlung, oder die Tiefenentspannung, oder Autogenes Training… besonders viel ist es nicht und viel davon zugesagt hat mir davon auch nicht, obwohl ich geschaut habe, dass ich so viel wie möglich ausprobiere. Aber auch hier: wieder nur meine subjektive Meinung. Meine Zimmernachbarn waren fast jeden Abend mit anderen im Kamin-Zimmer und haben bewegte Meditation oder Musik zusammen gemacht. Die zwei fanden es wahrscheinlich nicht so langweilig wie ich.

Es gibt auch eine Lehrküche, aber die hat in der Zeit, in der ich da war, leider nicht stattgefunden.

Außerdem kann man sich einen Vortrag anhören, in dem das Behandlungs-Konzept der Klinik von Frau Dr. Herold persönlich vorgestellt wird. Dieser hat mir sehr gut gefallen. Man hätte ihn vielleicht auf zweimal aufteilen sollen, da er sehr lang war. Inhaltlich aber echt schlüssig und interessant.

Und dann gibt es noch den Ernährungs-Vortrag. Wie ich oben wähnt habe, wird in Schloss Friedensburg auf eine histaminarme Ernährung geachtet und darum geht es auch in dem Vortrag. Ich fand auch diesen echt aufschlussreich und gut.

Noch ein bisschen mehr zu meinen persönlichen Untersuchungs-Ergebnissen

Zu meiner Akne wurde mir direkt gesagt, dass diese, da ich sie vor allem am Kinn und auf dem Rücken habe, wohl eher hormonell bedingt sei und ich die Hormone mal daheim bei meiner Frauenärztin checken lassen sollte (steht noch aus). Ich hab dann gefragt, warum sie das nicht behandeln und dann meinten sie, dass sie sich mit solchen Hormon-Sachen nicht so auskennen würden… Das war erst mal ganz schön depremierend, denn auf der Internetseite des Krankenhauses steht, dass alle Arten von Akne dort behandelt werden und aus meiner Sicht gehört dann auch eine hormonelle Akne da dazu.

Bei der Untersuchung der Damrflora wurde festgestellt, dass ich zu wenig gute bzw. zu viele schlechte Bakterien im Darm habe. Deshalb mache ich jetzt einen Darmaufbau für eine gewisse Zeit. Einen Darmaufbau sollte jeder von Zeit zu Zeit machen vor allem ist es Pflicht-Programm nach einer Antiobiotika-Einnahme.

Bei meinen Vitaminen war alles im grünen Bereich. Nur das Vitamin D war etwas niedrig, was ja nicht sonderlich überraschend ist, da das bei den meisten wohl so ist. Außerdem habe ich Selen bekommen. Jetzt daheim nehme ich weiter Selen zu mir und auch das Vitamin D soll ich alle drei Monate auffüllen. Da finde ich ganz gut, dass mir erklärt wurde, wie ich eben diese Sachen daheim weiter machen kann.

Bezüglich der Allergien kam, wie ich schon oben geschrieben habe, nur raus, dass ich gegen Schimmelpilze allergisch bin. Dafür habe ich auch nochmal einen Allergie-Pass mitbekommen.

Später wurde dann auch noch ein Epicutan-Test gemacht. Das ist dieser Klebestreife-Test auf dem Rücken… Auch da konnten wir keine Allergien finden.

Da ich auch von meinen Bauch-Problemen berichtete, wurde ich zwei drei Tage auf Reis gesetzt und dann haben wir angefangen Lebensmittel neu dazu zu nehmen. Ich fand es am Anfang etwas schwierig, aber es wurde darauf geachtet, dass es mir gut geht dabei. So wurde zum Beispiel mein Blutzucker und mein Blutdruck regelmäßig kontrolliert. Später (als ich dann wieder ein bisschen mehr essen durfte) wurde dann auch nochmal ein Blutzuckerprofil gemacht, bei dem alles in Ordnung war.

Gerade als ich nur den Reis essen durfte, bekam ich einen meiner Ausschläge. Diese Ausschläge habe ich erst seit circa einem Jahr oder etwas länger. Sie kommen immer sehr plötzlich und verschwinden dann auch wieder sehr sehr schnell. Das heißt, dass ich sie eigentlich noch keinem Hautarzt zeigen konnte, da sie nach wenigen Stunden meistens wieder abgeklungen waren. Die Ausschläge bekomme ich meistens an den Stellen, an denen ich auch die Neurodermitis habe. Also zum Beispiel in der Ellbeuge.                        Zum Glück werden in der Klinik Bilder gemacht. Ich bin dann direkt zu einer Schwester und habe den akuten Ausschlag fotografieren lassen.

Meine Ärztin ging dann über die Feiertage in Urlaub und hat es sich trotz mehrmaligem Nachfragen wohl nicht mehr angschaut, aber ihre Kollegin, die ich dann hatte, schaute es sich an und besprach es mit der Chef-Ärztin. Da diese Ausschläge eher untypisch für Neurodermitis sind und da ich ja auch keine Allergien habe, stellten die Ärzte die Vermutung auf, dass ich eine Form von Nesselsucht habe. Es gibt für die Nesslsucht natürlich auch, wie für die Neurodermitis, unglaublich viele mögliche Auslöser. Zwei davon sind eine bestimmte Bakterien-Art und die Schilddrüse. Beim Abschluss-Gespräch schaute sich die Chef-Ärztin nochmal die Bilder genauer an und war sich ziemlich sicher, dass es sich um eine Nesselsuchtsform handelt. Leider hatte ich das Abschluss-Gespräch erst einen Tag vor meiner Abfahrt. Da hatte das Labor wegen der Feiertage schon zu und ich muss die Bakterien daheim abchecken lassen (steht auch noch aus). Um die Schilddrüsen-Werte zu checken, wurde mir dann morgens an meinem Abreise-Tag nochmal Blut abgenommen und wie ich jetzt gestern erfahren habe, sind diese in Ordnung. Nur ein bestimmter Wert, der wohl aber nichts mit der Schiddrüse zu tun hat, ist erhöht und dafür empfahl mir die Ärztin die Einnahme eines bestimmten Medikamentes und dass ich den Wert dann später nochmal checken lasse (das steht auch noch aus).

Da der Verdacht auf Nesselsucht besteht, soll ich mich jetzt nicht nur histaminarm, sondern so als ob ich Histamin-Intolerant wäre, ernähren. Die Ernährungs-Beraterin hat sich sehr viel Zeit genommen, mir alles, was jetzt daheim auf mich bezüglich „kochen“ zukommt zu erklären und ich bemühe mich das jetzt so gut es geht umzusetzen, bzw. hier auch bald zu einer Ernährungsberatung zu gehen, um am Ball zu bleiben.

Die histaminarme Ernährung bringt übrigens bei dem Juckeiz tatsächlich etwas. Mein Juckreiz ist lange nicht so heftig wie die Zeit davor, zumindest meistens.

Während meines Aufenthaltes konnte ich auch einige Salben finden, die ich mir daheim nachbestellt habe und mit denen ich  ganz zufrieden bin.

 

Ich hoffe, ihr konntet euch jetzt ein gutes Bild von meinem Aufenthalt in Leutenberg machen und habt eine Entscheidungs-Hilfe bei der Frage, ob das selbst etwas für euch wäre.

Laura ❤

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2 Kommentare zu „Leutenberg – Erlebtes und Fazit

  1. Liebe Laura.

    Ist das eigentlich ein Klinikaufenhalt gewesen? Wie genau hast du den Aufenthalt beantragt? Das ging ja dann relativ zeitnah nach der Reha, oder? Hat Dir das mehr gebracht als die Reha?

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Katja,
      ja das ist ein Krankenhaus-Aufenthalt gewesen. Ich habe mir dazu eine Überweisung bei meinem Arzt geholt und in Leutenberg angerufen, ab wann ich kommen kann. Die Reha war Juli / August 2015 und der Krankenhausaufenthalt war im Dezember 2015. Beides hatte seine Vor- und Nachteile und ich finde, dass man diese zwei Sachen -Reha und Krankenhaus- nicht vergleichen kann. Beide waren für sich gesehen hilfreich.
      Ganz liebe Grüße,
      Laura

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