Veröffentlicht in Allgemeine Gesundheit, von innen

Reizdarmsyndrom und was jetzt?

Reizdarmsyndrom

Im Internet gibt es unzählige Seiten, die über das Reizdarmsyndrom berichten. Kurz zusammengefasst kann man sagen,

dass es viele Symptome gibt, die ein Reizdarm mit sich bringen kann. Zum Beispiel: Blähungen, Unwohlsein, häufiger Stuhlgang, weicher Stuhlgang, Verstopfung, Bauchschmerzen, eine Erleichterung der Beschwerden durch Stuhlgang ….

Die meisten von uns haben sicherlich schon das ein oder andere Symptom selbst gehabt. Das ist sicherlich nicht ungewöhnlich. Treten diese Beschwerden aber immer wieder und das über einen längeren Zeitraum auf, können sie im Alltag nicht nur sehr störend sein, sondern auch ganz schön auf die Stimmung schlagen. Daher sollte man die Symptome ernst nehmen und dagegen angehen.

 

Was tun?

Je nach Stärke und Ausprägung der Symptome, kann es hilfreich sein, erst einmal genau zu beobachten, wann die Beschwerden auftreten, wo die Schmerzen sind, zu welcher Tageszeit die Symptome auftreten, oder nach welchem Essen sie besonders stark sind.

Kommt man selbst nicht weiter, ist der nächste Gang wohl der zum Arzt, oder zum Heilpraktiker. Vor allem auch, um auszuschließen, dass keine andere Erkrankung hinter den Symptomen steckt und auch, um Unverträglichkeiten oder Intoleranzen festzustellen, die dem Bauch ebenfalls schwer zu schaffen machen können.

 

Kopf hoch

Auch, wenn ein Reizdarm im Moment sehr zermürbend sein kann, so ist dieser (wenn es wirklich das Reizdarmsyndrom ist), nicht gefährlich und kann normalerweise soweit gelindert werden, dass man schon bald wieder mehr Lebensqualität genießen kann.

 

Meine persönliche Reizdarmsyndrom-Story

Es war so ungefähr Anfang 2015 als meine Neurodermitis ihren Höhepunkt erreichte und dazu passend ging es meinem Bauch echt nicht gut. Jeden Abend war ich so aufgebläht, dass man hätte meinen können, ich wäre im 5.Monat schwanger. Es fühlte sich wie ein aufgepusteter Luftballon in meinem Bauch an, den man verschlossen hatte. Das Ganze ging mehrere Tage / Wochen so und man konnte fast die Uhr danach stellen. Die Haut war so gespannt, dass es manchmal juckte (tat es ja oft sowieso schon wegen der Neurodermitis) und der Hosenbund ebenfalls spannte. Diese sehr unangenehme Phase hielt zum Glück nicht sehr lange an, allerdings hatte ich danach immer wieder Beschwerden und das über Monate hinweg.

Als ich dann Ende 2015 im Krankenhaus in Leutenberg war, hieß es, dass ich wohl einfach einen Reizdarm hätte (hier nochmal der Beitrag, in dem ich das kurz angesprochen hatte). Das sollte damals dann genauer abgeklärt werden und ich wurde auf Reis-Diät gesetzt. Da mir aber auch gesagt wurde, dass ich wohl eine Form von Nesselsucht hätte und mich deshalb so ernähren sollte, wie jemand der eine Histamin-Intoleranz hätte, kam ich nach Hause und wusste eigentlich so gar nicht mehr, was ich denn jetzt noch essen darf und was nicht.

Und ich kann euch sagen: Versucht man sich dann auch noch im Internet schlau zu machen, ist es ganz vorbei. Die einen Ernährungsexperten sagen, dass man mindestens fünf Stunden zwischen den Mahlzeiten lassen soll, die anderen sagen, dass man beim Reizdarmsyndrom lieber öfter und dafür kleinere Mahlzeiten essen soll und so weiter… Diese unterschiedlichen Ansichten zu dem wann, was und wie bestätigten sich auch in den Aussagen der Heilpraktiker, meiner Ernährungsberaterin und all der anderen Leute, mit denen ich Kontakt hatte.

Die Aussagen, die man von all den Ernährungswissenschaftlern findet, haben sicherlich alle ihre Grundlage und man kann auch nicht sagen: das ist falsch, oder das ist richtig. Man muss eben das für sich herausziehen, was einem selbst gut tut.

Am Anfang allerdings, war ich so darauf aus, alles richtig zu machen und habe versucht alle diese Hinweise irgendwie mit auf meinem Ernährungsplan zu beachten (der dann wochenlang nur aus einigen wenigen Lebensmitteln bestand), dass ich mich gar nicht mehr getraut habe etwas „Falsches“ zu essen, vor lauter Panik, was das für Folgen haben könnte. Ich habe mich an die Ernährungspläne gehalten und wenn ich  zwei Monate später einen neuen bekommen haben, oder auf ein anderes Ernährungskonzept gestoßen bin, habe ich das ausprobiert. Ich habe alle möglichen Tests machen lassen und mitgemacht, egal, ob Allergie-Test oder Nahrungsmittelunverträglichkeit-Test. Und immer, wenn bei dem Test heraus kam, dass ich weder allergisch bin noch eine Unverträglichkeit, oder Intoleranz habe, war ich total enttäuscht und verzweifelt, weil ich nicht wusste, wo dann die Ursache meiner Probleme liegt.

 

Wie geht es mir jetzt und was hat mir geholfen?

Ich kann sagen, dass es meinem „Reizdarm“ inzwischen sehr viel besser geht und ich von mir nicht einmal mehr sagen würde, dass ich einen solchen habe. Ja gut, mein Verdauungssystem ist vielleicht etwas empfindlich, aber das ist auch nicht unbedingt verkehrt. Während ich vor lauter Input damals irgendwie total fremdgesteuert war, versuche ich jetzt viel mehr darauf zu hören, was meinem Körper gut tut und darauf Rücksicht zu nehmen.

In der Praxis bedeutet das zum Beispiel, dass ich von einem Lebensmittel die Finger lasse, wenn es mir irgendwie Unannehmlichkeiten im Bauch beschwert, egal, ob dieses besonders gesund sein soll, oder sonst irgendwie ganz toll ist. Wenn es mir nicht gut tut, dann lasse ich es. Andersherum schaue ich fast gar nicht mehr auf die Listen, die ich damals erarbeitet habe mit der „Aufbau/Rotations-Diät“oder die ich bei verschiedenen Tests nach und nach erstellt hatte. Denn selbst, wenn es etwas darauf gibt, dass ich nicht vertrage, bzw. der Test gezeigt hat, dass es mir nicht so gut tut, ich aber in der Praxis keine Probleme damit hatte oder habe, dann esse ich es.

Es gibt einen wichtigen Punkt, den man unbedingt beachten sollte: Das sind die  äußeren Umstände oder Gegebenheiten – habe ich besonders viel Stress, bin vielleicht gerade generell gesundheitlich angeschlagen, oder bekomme gerade meine Tage und mein Unterleib macht eh, was er möchte, dann ist es ja mehr als logisch, dass wir viel sensibler auf das ein oder andere Lebensmittel reagieren, oder den durcheinander geratenen Essensrhythmus viel stärke wahrnehmen als sonst.

Sehr geholfen hat mir auch ein mehrmaliger Darmaufbau mit verschiedenen Bakterien, die ich zum Beispiel von meiner Osteopathin verschrieben bekommen hatte. Das scheint mir echt etwas gebracht zu haben und hat meinem Bauch geholfen wieder auf die Beine zu kommen. Das werde ich wohl auch in Zukunft immer mal wieder machen.

Festgestellt habe ich außerdem, dass ich mir morgens so richtig den Bauch voll schlagen kann, aber wenn ich beim Mittagessen zu viel esse (und dann auch noch danach die ganze Zeit ohne Bewegung im Büro sitze), dann ist ein aufgeblähter Bauch vorprogrammiert und das kann auch jetzt noch immer wieder sehr unangenehm sein. Es passiert mir sogar noch ab und zu, dass es mir so schlecht geht, dass ich den Rest des Tages nichts mehr machen kann. Mir persönlich tut es dann gut mich zu entspannen, Stress raus zu nehmen und mich vor allem nicht verrückt zu machen. Ich genieße dann auch mal gern einen Fenchel- oder einen Kamillen-Tee.

 

Zusammenfassung

Die Symptome eines Reizdarmes sollten ernst genommen werden, vor allem, wenn man diese über einen längeren Zeitraum hat. Ein Darmaufbau in Absprache mit einem Heilpraktiker oder Arzt, hilft dem Verdauungstrakt insgesamt wieder auf die Beine zu kommen.

Auch eine Zeit lang der Abstinenz in Bezug auf bestimmte Lebensmittel oder in Bezug auf die Größe der Essens-Rationen kann sicherlich gut tun.

Vergesst aber bitte nicht, dass auch wieder Phasen kommen, in denen es eurem Bauch besser geht und es dann vor allem darum geht darauf zu hören, was euch selbst gut tut ❤

 

Habt ihr einen Reizdarm, oder hattet ihr einen? Was hilft euch mit eurem empfindlichen Bauch gut umzugehen? Welche Tricks haben sich im Alltag bewährt?

 

 

Laura ❤

Advertisements

2 Kommentare zu „Reizdarmsyndrom und was jetzt?

  1. Hallo Laura, auch ich habe mich lange mit unerklärlichen Bauchbeschwerden rumgeplagt und wurde ebenfalls verunsichert von den doch sehr diffusen Empfehlungen von Ärzten, Ernährungsberatung und Co. Mittlerweile habe ich wie du einen individuellen Weg gefunden mit den Beschwerden umzugehen wie zB durch Yoga. Mehr dazu auch auf meinem Beitrag ,, Yoga bei Reizdarm“. Ganz wichtig fand ich zu sehen wie viele Menschen davon betroffen sind und das Gefühl nicht allein mit der Problematik zu sein!
    Liebe Grüße Freigeist

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Freigeist,
      entschuldige bitte meine späte Antwort. Mein Blog ist umgezogen. Ich finde es toll, dass Du einen Weg gefunden hast, um damit umzugehen! 🙂
      Danke noch einmal für deinen schönen Kommentar.
      Liebe Grüße,
      Laura

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s